Zukunft – Verbrannte Erde, Asche, Wind
Werktext
Aus einem -noch nicht – vom Borkenkäfer geschädigten Baumstamm entstand diese Skulptur.
Die Form erinnert an die Geweihe eines Hirschkäfers – jenes Insekts, das sinnbildlich für die Veränderungen steht, die unsere Wälder derzeit durchleben. Die Oberfläche wurde nach der traditionellen japanischen Technik Shou Sugi Ban (Yakisugi) kontrolliert verkohlt. Was zunächst wie Zerstörung erscheint, wird dadurch konserviert und vor Schädlingen geschützt.
Die vergoldeten Spitzen markieren einen Moment der Transformation.
Die Arbeit verweist auf die Fragilität menschlicher Eingriffe in natürliche Systeme, aber ebenso auf die Fähigkeit der Natur zur Erneuerung. Monokulturen, Klimawandel und Schädlingsbefall führen vielerorts zum Verlust ganzer Waldlandschaften. Gleichzeitig entstehen daraus neue Mischwaldstrukturen und resilientere Ökosysteme.
Die Skulptur versteht Zerstörung nicht als Endpunkt, sondern als möglichen Beginn einer anderen Zukunft.
Artist Statement
Diese Arbeit entstand aus einem abgestorbenen Baumstamm inmitten eines vom Borkenkäfer gezeichneten Waldes.
Als ich durch diese Landschaft ging, sah ich nicht nur Verlust. Ich sah einen Übergang. Einen Moment, in dem etwas Altes stirbt und etwas Neues noch nicht sichtbar geworden ist.
Der Stamm wurde nach der japanischen Technik Shou Sugi Ban (Yakisugi) verbrannt – einer Methode, die Holz durch Feuer widerstandsfähiger macht und es vor Schädlingen schützt. Mich faszinierte dieser Widerspruch.
Das Feuer zerstört nicht.
Es bewahrt.
Was wie Verwüstung aussieht, wird zum Schutz.
Was schwarz wird, erhält eine längere Zukunft.
Die Form der Skulptur erinnert an die Zangen eines Hirschkäfers und verweist auf jene Kräfte, die wir heute oft nur als Bedrohung wahrnehmen. Der Borkenkäfer gilt als Symbol des Waldsterbens. Gleichzeitig macht er sichtbar, wie verletzlich künstlich geschaffene Monokulturen sind und zwingt uns dazu, über neue Formen des Zusammenlebens mit der Natur nachzudenken.
Die vergoldeten Spitzen markieren für mich den Moment, in dem Veränderung zu Erkenntnis wird.
Ich bin ein hoffnungsvoller Mensch.
Mich interessiert nicht die Katastrophe, sondern die Frage, was aus ihr entstehen kann.
Die Arbeit versteht verbrannte Erde nicht als Ende, sondern als Einladung, die Zukunft neu zu denken. Vielleicht liegt in manchen Krisen bereits der Samen einer besseren Entwicklung verborgen. Vielleicht entstehen aus Asche, Wind und Verlust jene Bedingungen, die Wachstum erst wieder ermöglichen.
